Klinische Fallbeispiele und wissenschaftliche Daten zu fasciotens®Hernia
Unsere Fallberichte geben Ihnen wertvolle Einblicke: Erfahren Sie, wie fasciotens® weltweit in Operationssälen im klinischen Alltag eingesetzt wird.
Studiendaten und wissenschaftliche Veröffentlichungen finden Sie unter Publikationen.
Publikationen und klinische Daten
Springer Hernia, 30:136 (2026)
Laparoscopic application of intraoperative fascial traction (fasciotens®Hernia) during loss of domain scrotal hernia repair: A European multicenter case series with technical details and preliminary results
Gigantische Skrotalhernien mit Loss of Domain (LOD) stellen eine komplexe chirurgische Herausforderung mit einem relevanten Risiko für ein abdominelles Kompartmentsyndrom (ACS) nach der Rekonstruktion dar. Bedingt wird dies Missverhältnis des Bruchsackinhalts zum Bauchraum. Die intraoperative Faszientraktion (IFT) wird in diesen Fällen eingesetzt, um das intra-abdominelle Volumen zu vergrößern und die Reposition der hernierten Organe zu ermöglichen. In dieser retrospektiven Fallserie mit ingesamt 9 Patienten wurde die vertikale Traktion laparoskopisch angewendet, während die Linea alba intakt blieb. Ziel der Studie war es zu untersuchen, ob mittels IFT eine sichere Reposition der hernierten Organe möglich ist und ein postoperatives ACS verhindert werden kann. Eingeschlossen wurden Patienten mit großen skrotalen Hernien der Klassifikation S2 oder S3, die in acht europäischen Zentren behandelt wurden. Die mittlere Nachbeobachtungszeigt lag bei 19 Monaten. Es zeigte sich in diesem Patientenkollektiv ein reduzierter Bedarf an präoperativem Progressivem Pneumoperitoneum (PPP) zur Vergrößerung des intraabdominellen Volumens. Aufgrund der positiven Ergebnisse ergibt sich eine potenzielle Strategie zur Prävention eines ACS durch den Einsatz von IFT bei riesigen Skrotalhernien.
- 0 % postoperatives ACS
- 0 % Rezidive nach 19 Monaten Follow-up
- Medianer intraabdomineller Druck (IAP) nach Rekonstruktion: 11,4 mmHg
- Medianer Krankenhausaufenthalt: 9,5 Tage
Journal of Abdominal Wall Surgery, 5:16018 (2026)
Intraoperative Fascial Traction - From Concept to Comprehensive Application
Diese Übersichtsarbeit beschreibt einen erweiterten Algorithmus zur Anwendung der intraoperativen Faszientraktion bei komplexen Bauchwandhernien. Basierend auf der intraoperativen Defektbreite wird das intraoperative Vorgehen unter Einsatz der IFT und der Komponentenseparation bestimmt. Der Ansatz zielt darauf ab, das Vorgehen bei komplexen Bauchwandrekonstruktionen zu standardisieren.
Therapie-Subgruppen nach Defektbreite:
- I: Rives-Stoppa-Repair bildet die Basis bei allen Defektgrößen
- II: Defekt 8 bis 19 cm: Ergänzung um IFT zur Erzielung eines primären Faszienverschlusses
- III: Defekt > 19 cm: Komponentenseparation plus IFT zur für eine zusätzliche Medialisierung der lateralen Bauchwand vor Faszienverschluss
Springer Hernia, 29:154 (2025)
Follow-up of Complex Hernia Repair with Intraoperative Fascial Traction
Dies ist die erste Veröffentlichung, die Langzeit-Follow-up-Daten zur intraoperativen Faszientraktion bei der Versorgung komplexer Hernien untersucht. Die Studie umfasst 100 Patienten und liefert sowohl 30-Tage-Post-OP-Daten als auch Follow-up-Ergebnisse nach ambulanten Kontrollen, einschließlich standardisierter dynamischer Bauchdecken-Sonografie (DAWUS). Die Defektbreite in dieser Kohorte betrug im Durchschnitt 15,8 cm. 87 % der Patienten wurden mit Botulinumtoxin A vorbehandelt.
- Niedrige Rezidivrate von 2 %
- Mittlere Nachbeobachtungszeit von 19,6 Monaten
- Direkte Verschlussrate von 94 %
- Signifikant höhere Komplikationsrate bei zusätzlicher TAR
Chirurg 93, 292–298 (2022)
Intraoperative fascial traction (IFT) for the treatment of large ventral hernias
Diese Studie fasst eine retrospektive Analyse von 50 Fällen zusammen, die mit IFT behandelt wurden. 94 % der Patienten hatten eine Hernienbreite von über 10 cm (W3 nach EHS). Die durchschnittliche Defektgröße vor der Traktion wurde intraoperativ mit 16,1 cm gemessen.
- 90 % erfolgreicher Verschluss
- Niedrige Komplikationsrate: 12 % postoperative Komplikationen, von denen 50 % keiner chirurgischen Intervention bedurften
- Alle Patienten erhielten eine Netzaugmentation in Sublay-Position
- Keine Fälle von abdominalem Kompartmentsyndrom
Journal of Abdominal Wall Surgery, 1:10356 (2022)
Intraoperative Fascial Traction in Robotic Abdominal Wall Surgery; An Early Experience
Publikation über drei Fälle, bei denen eine robotergestützte ventrale Hernienreparatur und die intraoperative Faszientraktion kombiniert wurden. Es wurde eine retromuskuläre Präparation durchgeführt, gefolgt von einer transkutanen IFT.
- Die ersten Fälle zeigten vielversprechende Ergebnisse
- IFT lässt sich leicht mit der robotergestützten Hernienversorgung kombinieren
- IFT erleichtert das robotergestützte Verschließen (Fasziennaht) des Herniendefekts
- IFT kann möglicherweise bei der robotergestützten Versorgung sehr großer Herniendefekte eingesetzt werden
Weitere Publikationen zu fasciotens®Hernia
S. Groß, 2025
Osterix im Land der Hernien
H. Gök, 2025
Case Report: Intraoperative Fascial Traction for Increasing Intra-Abdominal Volume in Loss-of-Domain Incisional Hernias: A Report of Two Cases
H. Niebuhr, F. Wegner, H. Dag et al., 2024
Preoperative botulinum toxin A (BTA) and intraoperative fascial traction (IFT) in the management of complex abdominal wall hernias
Niebuhr et. al., 2024
Assessment of myofascial medialization following intraoperative fascial traction (IFT) in a cadaveric model
D. Eucker, R. Rosenberg, 2023
„Loss of domain“ und Verringerung der medianen Nahtspannung
J. Gorjanc et. al.,2023
The use of intraoperative fascial traction in W3-incisional hernia repair: A revolution or an emergency exit (two case reports)
B. Romain, G. Sauvineta, T. Rebierea, 2022
A complex incisional hernia repair with Intraoperative Fascial Traction device (with video)
H. Niebuhr et. al., 2021
Intraoperative Fascia Tension as an Alternative to Component Separation. A Prospective Observational Study
