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Beschleunigtes Management des offenen Abdomens

Maria Hilf Krankenhaus Brilon, Deutschland, Dezember 2024

Thomas Mones setzte fasciotens®Abdomen frühzeitig bei einem Patienten nach einer Notfalloperation ein. Die Ergebnisse zeigen, wie Patienten von einer sofortigen vertikalen Faszientraktion während der Behandlung des offenen Abdomens profitieren.

Beginn der Therapie

Der Patient wurde mit einem akuten Abdomen in der Notaufnahme vorgestellt. Ursache war eine hochgradige Stenose des Sigmas, die zu einer etwa 3 cm großen Perforation des Caecums mit generalisierter Peritonitis geführt hatte.

Operativ wurde eine rechtsseitige Hemikolektomie durchgeführt, gefolgt von der Anlage einer endständigen Ileostomie sowie einer endständigen Kolostomie.

Aufgrund der ausgeprägten intraabdominellen Kontamination, das Abdomen offen zu belassen. Nach ausgedehnter intraoperativer Lavage erfolgte die Abdeckung der Bauchhöhle mittels Organschutzfolie in Kombination mit einer abdominalen Unterdruck-Wundtherapie.

Bei der geplanten Revision nach 48 Stunden zeigte sich eine saubere Bauchhöhle, jedoch mit ausgeprägtem viszeralem Ödem. Die Therapie mit Organschutzfolie und Unterdruck-Wundtherapie wurde daher fortgeführt und um eine vertikale, netzvermittelte Faszientraktion ergänzt. Hierzu wurde fasciotens®Abdomen entsprechend dem publizierten Algorithmus aus "Vertical Mesh Mediated Fascial Traction and Negative Pressure Wound Therapy: A Case Series of Nine Patients in General and Vascular Surgery" angewendet.

Vorbereitung der vertikalen netzvermittelten Faszientraktion

Die vertikale Traktion wird über zwei doppelt gelegte Netzstreifen verteilt, an denen pro Seite sechs Zugfäden (geflochtener USP 2) befestigt sind. Im Video ist das Vorgehen dargestellt.

Die Kombination aus NPWT und vertikaler netzvermittelter Faszientraktion

Die folgenden Schritte wurden bei jeder Revision erneut durchgeführt:

  • Ausgedehnte Lavage
  • Organschutzfolie
  • Unterdruck-Wundtherapie

Um sicherzustellen, dass die Klebefolien des NPWT-Systems in Kombination mit den Zugfäden adäquat abgedichtet sind, verwendeten die Chirurgen die sogenannte Sandwich-Technik.

Das Video vermittelt einen guten Überblick über die Technik. Wenn Sie die Anwendung im Detail sehen möchten, besuchen Sie unseren How to Bereich, um das Video in voller Länge anzusehen.

Anbau des Medizinprodukts

Sobald das NPWT-System abgedichtet ist, kann fasciotens®Abdomen im OP oder auf der Intensivstation angebaut werden.

Das Gerät bleibt für etwa fünf Stunden am Patienten, gefolgt von einer einstündigen Pause. Während dieser Pause können die üblichen pflegerischen Maßnahmen durchgeführt werden.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Chirurgie und den Teams der Intensivstation ist entscheidend, damit alle Beteiligten abgestimmt handeln.

Sehen Sie im Video, wie die chirurgischen Assistenzärzte das Produkt aufbauen.

Verschluss nach 13 Tagen

Insgesamt wurden vier Revisions-OPs durchgeführt, da das Ödem länger anhielt. Die frühzeitige vertikale Faszientraktion verhinderte eine Retraktion der Faszien und hielt den intraabdominalen Druck während der Behandlung niedrig. Der endgültige Verschluss der Bauchwand gelang mühelos 13 Tage nach der ersten Operation. Nach weiteren 5 Tagen subkutaner Unterdruck-Wundtherapie wurde die Haut verschlossen.

Das Video zeigt den Verschluss der Bauchwand.

Entlassung 5 Wochen nach der Notfalloperation

Der Patient erholte sich nach dem erfolgreichen Bauchwandverschluss sehr schnell. Er wurde fünf Wochen nach der initialen Notfalloperation entlassen.

Die Chirurgen verwarfen jedoch den ursprünglichen Plan, den Darm direkt zu rekonstruieren, da sich ausgeprägte Adhäsionen gebildet hatten.

5 Wochen nach Entlassung

Der Patient wurde zu einer Nachuntersuchung einbestellt und berichtete, dass er seinen Alltag eigenständig bewältigen kann.
Post-OP_Front

Post-OP_Side2

Post-OP_Side

Behandlungsergebnis

Gute Behandlungsresultate

Der Patient wurde kurz nach dem Bauchwandverschluss extubiert und auf die Normalstation verlegt. Er wurde 5 Wochen nach der Notfalloperation entlassen.

Schmerzlose Behandlung

Der Patient berichtete, nach der Behandlung kaum Schmerzen gehabt zu haben. Er ist sehr erleichtert, dass eine geplante Narbenhernie vermieden werden konnte.

Rückverlagerung der Kolostomie und der Ileostomie

Aufgrund ausgeprägter Adhäsionen entschieden die Chirurgen, die Rückverlagerung der Stomata auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Der Patient wird im Verlauf des Folgejahres zur Operation zurückkommen.

Elearning_Abdomen

Was auf der Intensivstation zu erwarten ist

Der chirurgische Anteil bei der Anwendung von fasciotens®Abdomen ist gering, wie Sie in diesem Fallbericht sehen können. Der Großteil der Behandlung findet auf der Intensivstation statt. Deshalb sind die Kommunikation und das Onboarding der Intensivteams entscheidend für eine erfolgreiche Therapie.

Lernen Sie im 20-minütigen E-Learning, wie das Produkt auf der Intensivstation gehandhabt wird.

Starten Sie mit fasciotens

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